Auf Platt

Immer wieder fragen unsere Gäste

nach der Herkunft des Gaststättennamens

und nach der Bedeutung des Wandbildes.

So viel erst einmal vorweg:

„Dei Borenstäker“ – die Bärenstecher –

ist ein uralter Scherz- und Spottname
für die Einwohner unseres kleinen,
im Jahre 1298 gegründeten Städtchens.

Auf Deutsch

Sollten Sie nun Interesse an unserer Marlower Sage bekommen haben, so zeigt Ihnen unsere Wirtin gern ein kleines Büchlein der Heimatstube über die Marlower „Borenstäker“.

Nach diesem Ausflug in die Marlower Sagenwelt wünschen wir Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in Uhlirs Gasthaus „tau´n Borenstäker“.

Dei Marlower „Borenstäkers“

Dei Marlower „Borenstäkers“  ut dat Johr sößteinhundertacht – as dormals dat Geräd mal güng dat in den Marlowschen Holt ein groter swarter Bor sien Wesen bedrew un ein und dei anner em ok seihn harr dunn rüsten sick dei Marlowschen Börgers tau ´ne grote Jagdpartie. Sei leten sick ´ne grote Lanz maken an´n langen Stäl un tröken dormit ut. Wei sei nu oewer al anfaten deden un dat Ding verdwas vör sich drögen, kün´n sei nich ut denn dur rutkamen. As sei noch so ratschlagten, wo dat nu antaugahn wier, dat sei dat Ding dörchkregen, rep de Kreih: „Scharp vör! Scharp vör!“  Dat lücht ehr ok gliek in sei nehmen dat scharp En ´n vör un kemen nu dörch dat Dur.

As sei in den´n Holt kemen, künnen sei den Bor nich fin´n, bet tauletzt ein Schnieder, der am allerdrietesten wier, em utfinnig maken ded. Wil hei nu de Tapferste wier, müßt hei vörn an de Spitz un dei Lanz richten, un de anner föten achter an, un nu güng dat mit ein´n groten Anlop up den´n Boren dat un sei buhrten dat Undiert dei Lanz half na den Lief rin. As sei nu recht taukeken, wier´t oewerst blot ein´n ollen verfuhlten Bohmstamm!

Die Marlower „Bärenstecher“

Als 1608 die Rede davon war, dass in dem Marlower Holz ein großer schwarzer Bär sein Unwesen treibt und der eine und der andere ihn auch gesehen hatte, rüsteten sich die Marlower Bürger zu einer großen Jagdpartie. Sie ließen sich eine große Lanze anfertigen an einem langen Stiel und zogen damit los. Als sie nun aber alle anfassen und das Ding quer vor sich trugen, konnten sie nicht durch das Tor kommen. Als sie noch beratschlagten, wie das wohl zu bewerkstelligen wäre, dass sie das Ding durch kriegten, rief eine Krähe: „Das scharfe Ende nach vorne!“  Das leuchtete ihnen auch gleich ein, sie nahmen das scharfe Ende nach vorn und gelangten glücklich durch das Tor.

Als sie nun in das Holz kamen, konnten sie den Bären nicht finden, bis ihn zuletzt ein Schneider, der am allerdreistetsten war, ausfindig machte. Weil er nun der Tapferste war, musste er nach vorn an die Spitze und die Lanze richten und die anderen fassten hinter ihm an. Nun ging es mit großem Anlauf auf den Bären los und sie bohrten dem Untier die Lanze halb in den Leib hinein. Als sie sich die Sache recht beguckten, war es aber nur ein alter verrotteter Baumstamm.